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Das Eisenbahnmuseum

Das Eisenbahnmuseum Dieringhausen befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerk Dieringhausen.

Herzstück des Museums ist der historische Lokschuppen mit elf Ständen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts mit dazugehöriger Drehscheibe. Auf dem ca. 11.000 m² großen Areal finden sich noch alle Anlagen, die zu einem echten Dampf-Bahnbetriebswerk gehören: Drehscheibe, Sturzbekohlung, Wasserkräne und auch Werkstätten.

In den Werkstätten kann heute noch die Arbeit an den historischen Fahrzeugen beobachtet werden – hier wird repariert und restauriert.

Dieringhausen ist ein lebendiges Museum

Die IG Bw Dieringhausen hat es sich hier zur Aufgabe gemacht, die Anlagen und Fahrzeuge zu erhalten und historische Werte und Kenntnisse zu vermitteln. In den Ausstellungsräumen des Museums wird die regionale Eisenbahngeschichte thematisiert.

Das Glanzstück der Fahrzeugsammlung ist die Dampflokomotive „Waldbröl“, die das Museum betriebsbereit aufgearbeitet hat und als letztes erhaltenes Exponat der Region ein besonderes Kulturgut darstellt.

Bei regelmäßigen Fahrten als „Bergischer Löwe“ können Sie die Kraft und Faszination der Dampflok „Waldbröl“ und des historischen Fahrbetriebs erleben. Die Fahrt startet im Museum und führt auf der Strecke der Wiehltalbahn bis nach Wiehl.

Im Eisenbahnmuseum Dieringhausen ist die Atmosphäre vergangener Eisenbahnerzeiten erhalten geblieben.

Die Öffnungszeiten  des Museums:

SONN- & FEIERTAGS
NUR an Fahrtagen

WERKTAGS
nach Vereinbarung

Zwischen APRIL-OKTOBER
Samstags 10:00 – 17:00 Uhr

Für Schulen, Gruppen und Vereine besteht auf Anfrage ganzjährig die Möglichkeit einer individuellen Führung.

Eintrittspreise:
Erwachsener 4,00 EUR
Kind 2,00 EUR
Familie 10,00 EUR

Die Fahrzeugsammlung

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Die Waldbröl ist eine Privatbahndampflok aus dem Jahre 1914. Sie wurde im Kleinbahnbetrieb Bielstein-Waldbröl bis 1966 eingesetzt. Glücklicherweise wurde sie nicht verschrottet, sondern als Denkmal in Nümbrecht aufgestellt. Im Jahre 1983 wurde die inzwischen verwahrloste Maschine von zwei engagierten Eisenbahnfreunden ins gerade entstehende Eisenbahnmuseum transportiert.

Ab 1984 begann man schrittweise mit der Demontage der Lok. Ende der 90er Jahre konnte der Verein mit einer größeren Summe Spendengelder den Lokomotivrahmen und den Dampfkessel wieder in einen betriebstauglichen Zustand setzen. Finanziert von Hermann Haeck, dem damaligen Eigentümer und Mentor des Eisenbahnmuseums, wurde die Maschine ab 2006 endgültig durch zwei Mitarbeiter betriebsfähig aufgearbeitet.

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Die 1917 bei der Lokomotivfabrik Vulcan in Königsberg gebaute Tenderlokomotive wurde sowohl im Güter- als auch im Personenzugdienst auf oberbergischen Strecken eingesetzt. Die 93 230 ist das einzige erhaltene Exemplar ihrer Baureihe in Deutschland. Das ursprünglich für das Verkehrsmuseum Dresden erhaltene Exponat konnte der IG Bw Dieringhausen als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden.

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Die Lok 43 ist die älteste Lokomotive des Museums. Die im Jahre 1906 gebaute Dampflok wurde in der Völklinger Hütte im Saarland eingesetzt. Durch ihre gedrungene Bauweise konnte sie unter den Hochöfen die Roheisen-, bzw. Schlackewagen abfahren. Sie war bis 1980 noch im Einsatz.

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Diese Lokomotive wurde 1939 bei der Maschinenfabrik Esslingen gebaut. Ihr Kessel wurde aus nicht alterungsbeständigem Stahl gebaut, so dass im Jahre 1961 eine Neubekesselung vorgenomen werden musste. Sie erhielt von der Firma Henschel einen Hochleistungskessel und wurde gleichzeitig auf Ölfeuerung umgebaut. Ihre Heimat war die Nord-Süd-Achse zwischen Bremen und Osnabrück. Ihr letztes Heimatbetriebswerk war das BW Rheine, dort wurde sie als eine der letzten Vertreterinnen der Dampftraktion 1977 ausgemustert.

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Die erste betriebsfähige Dampflokomotive der IG war THEO 4. Namensgeber ist das heute nicht mehr existente Stahlwerk Theodor Wuppermann in Leverkusen. Sie war von 1982 bis 2000 betriebsfähig für den Verein im Einsatz. Leider ist die Feuerbüchse sehr stark abgezehrt, so dass eine erneute betriebsfähige Aufarbeitung zur Zeit nicht vom Verein getragen werden kann.

Die Geschichte von Dieringhausen

In Dieringhausen gab es 1893 eine erste Remise, während das Bahnbetriebswerk mit Ringlokschuppen bis 1905 erbaut wurde.

Das Bahnbetriebswerk Dieringhausen war das einzige im Oberbergischen zentral gelegene Bahnbetriebswerk. Hier waren seit der Erbauung preußische Dampflokomotiven stationiert (leichte Güterzug- & Personenzuglokomotiven sowie Rangierloks). 1941 wurden dem Bw erste Einheitslokomotiven der Baureihen 50 und 86 zugeteilt. 

Ende 1944 wurden das Bahnbetriebswerk und der Bahnhof so schwer getroffen, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen konnten. Ersatz bot der Lokomotivbahnhof im wenige Kilometer entfernten Osberghausen am Abzweig zur Wiehltalstrecke, wo ein Ausweich-Betriebswerk geschaffen wurde. Bis Ende 1945 hatte dieses die Ersatzfunktion inne.

1956 erhielt Dieringhausen die ersten Schienenbusse und ab 1962 Diesellokomotiven der Baureihe V 100.

Im Jahre 1969 war die Dampflokherrlichkeit mit Abgabe der letzten Lokomotiven der Baureihe 50 vorbei. So bestimmte die seit 1962 vertretene V100 für die nächsten zwei Jahrzehnte das Bild in Dieringhausen. 1982  wurde das Areal angemietet, unter Denkmalschutz gestellt.  Durch Gründung einer Museumsgesellschaft sowie des Vereines „Eisenbahnfreunde Flügelrad Oberberg“ (kurz: EFO) wurden erste Grundlagen zur Erhaltung des Bahnbetriebswerkes in seiner ursprünglichen Form geschaffen.

Der Ausbau eines Eisenbahnmuseums wurde durch den Kauf der Anlage von Herrn Hermann Haeck angegangen. Das Museum etablierte sich und der Sammlungsbestand wurde stetig erhöht, so dass es heute viele historische Eisenbahnfahrzeuge im Museum zu betrachten gibt.

2008 starb der Eigentümer Hermann Haeck und das Museum wurde in die nach ihm benannte Stiftung eingegliedert. Der Verein „IG Bw Dieringhausen“, der 2009 aus den Eisenbahnfreunden Oberberg hervorgegangen ist, ist nun Pächter der Anlage und wird das Museum im Sinne von Herrn Haeck fortführen.

Das Museumsgelände

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Sie betreten das Gelände unmittelbar neben dem Lokschuppen. Das Eisenbahnmuseum Dieringhausen erstreckt sich auf drei Ebenen:

Die erste Ebene betreten Sie über den Eingang von der Hohler Straße aus. Zwischen Werkstattgebäuden und der Abstellgruppe gelangen Sie zur Drehscheibe, dem Mittelpunkt des Museums. Von hier aus lässt sich fast das ganze Gelände überblicken und sie gelangen auch in den Lokschuppen. Dort können Sie Vereinsmitgliedern bei der Arbeit über die Schultern schauen und eine Reihe historischer Dampf- und Diesellokomotiven betrachten, von denen einige betriebsbereit sind oder zur Aufarbeitung bereit stehen.

Auf dem Strahlengleis um die Drehscheibe werden Sie weitere historische Eisenbahnfahrzeuge aus verschiedenen Epochen finden.

Die zweite Ebene des Museums erreichen Sie, indem Sie vorbei an der ehemaligen Lokleitung, die Wasserkräne rechts liegen lassen und die Treppen zu den Bekohlungsanlagen hinaufsteigen. Auf dieser Ebene befinden sich weitere Versorgungsanlagen des damaligen Dampflokbetriebs, wie der Kohlenbunker und die Sturzbekohlungsanlage.

In den Aufenthaltsgebäuden der Bekohlungsanlage befindet sich eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Bahnbetriebswerks und der regionalen Bedeutung.

Die dritte Ebene erstreckt sich oberhalb der Bekohlungsanlage. Hier befinden sich die Gleise des stillgelegten Güterbahnhofes mit Ablaufberg. Dieser Bereich ist nicht zugänglich.

Für Eisenbahnfreunde in Miniaturgröße gibt es einen besonderen Bereich: den Ausstellungs- und Informationswagen des Spur-Z-Stammtisches Untereschbach. An Fahrtagen des Bergischen Löwen steht die Clubanlage des Stammtisches für Sie offen.